News - Detail26.01.2010
Thomas Jarzombek: Für einen besseren Jugendschutz im Fernsehen und InternetAnlässlich der Anhörung zur Änderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages am 27. Januar 2010 schlägt der Jugendschutz-Berichterstatter der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek zwei Maßnahmen zur Verbesserung des Jugendschutzes vor. Der erste Vorschlag: Auch im Fernsehen muss der Jugendschutz verbessert werden. Seit langer Zeit findet Jugendschutz über Sendezeiten statt (nach 20 Uhr für Sendungen ab 12 Jahren, nach 22 Uhr für Sendungen ab 16 Jahren, nach 23 Uhr für Sendungen ab 18 Jahren). "Doch immer mehr Festplattenvideorekorder hebeln diesen Schutz aus: Die Programme werden zeitunabhängig geschaut", erklärte der Düsseldorfer Abgeordnete. Daher solle eine Codierung in den Programminformationen des digitalen Fernsehens (EPG, elektronische Programmführer) die Alterskennzeichnungen für Geräte auslesbar machen. "Damit wird die Möglichkeit geschaffen, in Videorekorden, Satellitenreceivern etc. eine Jugendschutzfunktion einzubauen, so dass jugendgefährdende Inhalte erst nach Eingabe eines PIN-Codes abgespielt werden können - vergleichbar mit den Jugendschutzsystemen bspw. von Spielekonsolen", so der Medienexperte. Die zweite Maßnahme ziele auf das Internet: So gebe es seit sieben Jahren die Möglichkeit, Jugendschutzprogramme staatlich anerkennen zu lassen. Die Bilanz falle ernüchternd aus: Kein einziges Programm konnte bislang die Ansprüche der zuständigen Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) erfüllen. "Um hier bald zu pragmatischeren Lösungen zu kommen, wollen wir neben einer A-Kategorie mit sehr hohem Schutz bei Internet-Jugendschutzprogrammen eine B-Kategorie einführen. Da die B-Kategorie nur ein Schutzniveau von 90 bis 95 Prozent hätte, müssen zudem Erziehungsberechtigte deutlich informiert werden, dass Filterprogramme nicht den kritischen Blick der Eltern ersetzen können. 100% Schutzniveau wird im Internet nie erreicht - manch irreführende Werbung von Jugendschutzprogrammen gaukelt Eltern aber genau dies vor. Hier liegt eine Gefahr", so Jarzombek. Die Vorschläge der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sollen in der Anhörung in Mainz zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag am morgigen Mittwoch Berücksichtigung finden. Dies würde eine positive Entwicklung für den Jugendschutz darstellen. "Dennoch bleibt der beste Schutz der Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten nach wie vor der Erziehungsberechtigte. Hinschauen und Interesse zeigen, muss immer die Devise sein und ist nicht zu ersetzen", so Jarzombek abschließend. |
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